Spielplätze bewegen!

Viele Pankower Kinder und Eltern beteiligen an unserer Umfrage – Danke Euch!

Diese Ergebnisse gibt es hier als PDF!  Und hier als Web-View


Lieber, guter Weihnachtsmann,

bei Dir wohnt‘s Christkind nebenan!

Befreit die Spielplätz‘ von den Zäunen,

das sind unsere Kindheitsträume.

Bepflanzt ihr sie mit Weihnachtsbäumen

Haben Kinder wieder Toberäume!

Zusammen mit den Eulen!

*gedichtet von Elisa, Carli, Mimi, George und Theo

Die Pankower Kinder und Kiezinsulaner wünschen sich:

  • Dass die gesperrten Spielplätze schnell geöffnet werden und wieder frei für das Spielen sind, und dass die Spielplätze sauberer sind.
  • Dann Bäume und Gebüsche, Rutsche, Schaukel, Klettergerüst oder Drehscheibe als Basisausstattung, dazu auch inklusive Spielgeräte. Ideal können die Spielgeräte mit den mitwachsen oder später andernorts eingesetzt werden.
  • Wenn das geschafft ist, ein Pankower Spielplatzkonzept, das gemeinsam mit den Pankowern erstellt wird – mit Beachtung der Inklusion von Kindern mit Behinderungen.
  • Sichere Verkehrswege für die Schulwege, Spielplätze und Sportflächen ohne rasende Autos und LKWs.
  • Dass der Bezirk Pankow für ALLE Raum bietet und dafür Kinderfreundlichkeit, Inklusion, Barrierefreiheit sowie Generationen in allen Politikbereichen berücksichtigt wird.

Vorstellung der Ergebnisse

Das Thema Spielplätze bewegt. Mehr als 200 Erwachsene und 45 Kinder haben sich an der Online-Umfrage des Pankowers Vereins kiezinseln e.V. beteiligt. Eine enorme Resonanz. Die Antworten und Kommentare sind durchweg konstruktiv und einfallsreich. Der Verein mit dem Ziel, Spielplätze und Kinderfreundlichkeit in Pankow öffentlich zu thematisieren, erfährt viel Zuspruch.

Deutlich wird: In unseren Großstädten haben urbane Spielflächen sowie Sport- und Bewegungsflächen eine immense Bedeutung. Gab es früher noch wilde Freiflächen und wenig Verkehr auf der Straße, was Spielen auch dort ermöglichte, ist das im heutigen verdichteten Pankow kaum noch denkbar.

Die Kiezinsulaner haben sich das Ziel gesetzt, das Thema Spielplätze und Kinderfreundlichkeit in Pankow öffentlich zu thematisieren. Gerade in Pankow besteht dringender Handlungsbedarf.

In Pankow sind rund 42 Spielplätze gesperrt oder teilweise gesperrt.

Instandsetzungen erfolgen oft nicht in absehbaren Zeiträumen. Kürzlich kam die Sperrung des Spielplatzes in der Hadlichstraße dazu. Geöffnet wurde erfreulicherweise der Spielplatz in der Wolfshagenerstraße.

Die Kiezinsulaner richten ihre Weihnachtswünsche an die Politik, damit Lösungen greifbar werden.

Die Kiezinseln wünschen sich einen „Sofortplan Spielplätze“, der sowohl finanziell und konzeptionell neue Wege mit Pankower Kindern, Jugendlichen und Eltern geht.

Kinder haben ein Recht auf Spielen.

Dass Spielplätze mehr sind als Schaukel, Rutsche und Sandkasten, zeigen die Antworten der Umfrage.

Der Umfrage zufolge unterscheiden sich die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen. Kinder haben vorrangig das Bedürfnis nach Bewegungsspielen und wünschen sich daher offene Flächen mit möglichst viel Natur. Für ihr Spiel reichen oft einfache Spielgeräte. Jugendliche benötigen dagegen Rückzugsorte, um sich von Erwachsenen abzugrenzen, gern mit Tischtennisplatte oder Drehscheibe.

Wie wichtig die Spielplätze für den Alltag der Kinder sind, wird ebenfalls in den Antworten deutlich. Über die Hälfte der Kinder, die sich an der Umfrage beteiligt haben, besucht mindestens einmal, meistens aber mehrmals pro Woche einen Spielplatz.

Die Spielplätze werden ganzjährig besucht. Über 70% der befragten Kinder besuchen Spielplätze regelmäßig auch im Winter. Es gibt also keine „Saison“ für Spielplätze.

Wichtig für Pankower ist die unmittelbare Wohnortnähe der Spielplätze. Vor allem, wenn Kinder keinen Garten am Haus für das Draußenspiel nutzen können. In Pankow sind deshalb die Pankower Parks als freie und naturnahe Spielflächen wichtig für Kinder und Jugendliche.

*Andere Optionen: im Wald, bei Freunde, Fußballplatz, Schule, Schwimmbad

In den Kommentaren werden in Alt-Pankow der Eulenspielplatz, der Spielplatz im Bleichröder Park sowie im Bürgerpark als beliebte Spielplätze angegeben, in Weißensee der Solonplatz. Richtung Norden verschlechtert sich die Situation der Spielplätze. Nahe dem Pastor-Niemöller-Platz gibt es keinen Spielplatz, in Rosenthal und Buchholz reicht das Angebot bei Weitem nicht aus.

In der Umfrage geben Kinder an, auf Technik verzichten zu können: Sie wünschen sich überwiegend offene, gemeinschaftliche Spielmöglichkeiten und vor allem Natur. Das wünschen sich auch viele Eltern. Je älter die Kinder sind, umso mehr stehen Angebote wie Skateboardrampen, Drehscheibe und Basketballkörbe auf ihrer Wunschliste. Kletterstangen sind ebenfalls gefragt, regen zum Spiel und zur Bewegung an.

Hinweis: Im Folgenden zitieren wir aus den Kommentaren. Diese haben wir mit einem Symbol gekennzeichnet und farblich grau hervorgehoben.

  • Baumhäuser in den Bäumen, wo wir rein können
  • Kletterbaum
  • Tafel zum Malen mit Kreide, drehendes Ei wie auf dem Eulenspielplatz, Seilbahn, Häuschen zum Kochenspielen und für meinen Bruder einen Basketballkorb
  • Drehscheibe oder Karussell
  • Die ein oder andere Sitzgelegenheit wäre schön!
  • Basketballkorb, Crossstrecke für s Fahrrad auch für kleine Kinder
  • Sonne und Schatten beides

Beim Thema Aufenthaltsqualität geht es vor allem um die grundlegenden Bedürfnisse.

Höhere Sauberkeit, Sitzgelegenheiten, eine nahe öffentliche Toilette sowie Trinkwasserbrunnen sind Angebote, welche die Aufenthaltsqualität aus Sicht der Befragten am meisten steigern würden.

Entbehrlich erscheinen dagegen die „neuen“ Elemente in der Spielplatzplanung, wie W-Lan, Grillgelegenheit oder Outdoor-Fitnessgeräte. Der Wunsch nach mehr Stadtnatur wird bestätigt. Besondere Wickelplätze werden offenbar nicht vermisst, hier improvisieren Eltern lieber zugunsten von mehr Sitzgelegenheiten.

  • A und o sind Mülleimer und davon reichlich
  • Scherben und Zigaretten sind oft ein Problem
  • Kinder pullern immer in Büsche. Toiletten sind ein Muss.
  • (Mobile) Blumenbeete, die könnten von dem Anwohner*innen gepflegt werden / ein mobiler Caféwagen oder -Fahrrad wäre ein Spaß für die Großen
  • grundsätzlich Sitzgelegenheiten für Eltern auch ohne Tisch. Außerdem vor allem Licht, so dass man im Frühjahr und Herbst auch noch von 16-18h auf den Spielplatz kann.
  • Wickeln geht fast überall. Die Sitzgelegenheit braucht keinen Tisch. Aber ausreichend Bänke wären toll.
  • grundsätzlich Sitzgelegenheiten für Eltern auch ohne Tisch. Außerdem vor allem Licht, so dass man im Frühjahr und Herbst auch noch von 16-18h auf den Spielplatz kann.
  • Viel Grün drumherum, besonders auch Spielplätze mit Schatten (vor allem im Sommer)
  • Äste zum Bewegen; Balancieren auf Baumstämmen statt polierten Geräten; Gebüsche zum Verstecken; Bäume zum Besteigen

Unsere Suche nach pragmatischen Lösungen erfährt in der Umfrage ein hohes Maß an Zustimmung.

Priorität hat für die Mehrheit der Befragten die Öffnung der gesperrten Spielplätze in Pankow. Die zahlreichen Kommentare zeigen, dass gerade diese Frage besonders differenziert beantwortet wurde.  Es gab sehr unterschiedliche Meinungen zu den im Spielplatzbau verwendeten Materialien sowie zum Verhältnis Planung/ In einem Kommentar werden die erhöhten Bau- und Anschaffungskosten von Stahl-Spielgeräten im Vergleich zu Holz angesprochen, aber auch der erhöhte Reparaturbedarf bei der Holzbauweise.

  • Kann ich nur voll und ganz zustimmen!
    Ich denke, sowohl wir als Eltern als auch die Kinder können uns mittlerweile kaum noch vorstellen, dass man an einem Ort ohne große Animation durch Spielgeräte spielen kann. Aber ich bin fest überzeugt das geht, und dass es erheblich besser ist eine Freifläche zur Verfügung zu haben als keine Fläche
  • Mir fehlt der Focus auf Reparaturen.
    zu 3. Sofern NUR noch Spielplätze robust und haltbar gebaut werden, bedeutet dies, dass die Baukosten teurer werden und somit weniger Spielplätze saniert bzw. gebaut werden.
    zu. 4. Das Problem sind aktuell weniger die Planungskosten, sondern viel eher die fehlenden Mitarbeiter die planen und die fehlenden Baufirmen die abbauen können. Der letzte Punkt führt zugleich zu höheren Baukosten. Grundsätzlich ist eine Verwaltung angehalten den Nutzenfaktor und die Wirtschaftlichkeit einzuhalten. Punkt 4 beinhaltet demnach, dass dies pauschal nicht eingehalten wird. Diesen Vorwurf würde ich aus Verwaltungssicht sehr hart empfinden und ausschließlich als Konfrontation ansehen.
  • Wichtig ist eine dichte Infrastruktur robuster Spielplätze. Themenspielplätze sehen nett aus, sind oft aber teuer und regen auch nicht zu mehr Spiel an.
  • 1. Ja
    2. Ja kann aber auch mal sein, bzw. Teil eines SpKonzepts sein;
    3. Ökologisch nachhaltige Materialien sind zu bevorzugen;
    4. Nach festzulegenden Sachkriterien, zu denen auch finanzielle Vertretbarkeit zählen sollte, aber gleichgewichtet neben anderen z.B. Nachhaltigkeit, spielerische Güte (kooperatives Spielen, phantasievolles Spielen…), Barrierefreiheit/Inklusion, Attraktivität für versch. Altersgruppen (nicht nur 3 jährige…)
  • – Der Untergrund muss für Rollstuhlfahrer befahrbar sein und alle Spielgeräte müssen zugänglich sein
    – Unterfahrbare Wasserspielgerät
    – Ein Karussell für alle Kinder (auf das auch Rollstuhlfahrende Kinder drauf können)
    – Sitz-Schaukeln die für große Kinder mit Mobilitätseinschränkung auch nutzbar sind (also mit Anschnall-Möglichkeit)
    – eine Rutsche z.B. auf einem Hügel, so dass man mit Alle Kinder, auch die mit Rollstuhl, auf den Hügel raufkommen und oben das Kind nur aus dem Rollstuhl herausgehoben werden muss. Die Rutsche muss dann groß genug sein, damit man als Erwachsener gemeinsam mit dem Kind rutschen kann. Also zugänglich für ALLE.
  • Kinder können Spielgeräte selbstständig benutzen und müssen von Eltern nicht hinaufgehoben werden o.ä. Das setzt Spielgeräte für verschiedene Altersklassen voraus, so dass die Kleineren nicht nur hilflos vor Installationen stehen, die für ältere Kinder gedacht sind.
  •  Begegnungsstätte, öffentliches WC, Trinkwassserbrunnen, Spielgelegenheiten für die Altersgruppen bis 12 und gleichzeitig auch für über 12.

Die Frage, ob es Kindern erlaubt ist, alleine zu den Spielplätzen zu gehen, zielte ursprünglich darauf, inwiefern Spielplätze Kinder zu selbstständigen Spiel, Bewegung und Eigenständigkeit motivieren. Die jeweilige Antwort ist natürlich sehr vom Alter des Kindes abhängig.

Die Frage, ob es Kindern erlaubt ist, alleine zu den Spielplätzen zu gehen, ist natürlich sehr vom Alter des Kindes abhängig. Die Umfrage zeigte:  Viele Eltern wünschen sich das – entgegen der sehr verbreiteten Annahme, die heutigen Großstadteltern seien „Helikoptereltern“.

Ideal erscheint vielen Eltern, dass sich Kinder alleine im Kiez bewegen können. Das ist aufgrund der Autos und LKWs – insgesamt wegen der Verkehrssicherheit – vielerorts nicht möglich

Spielplätze müssen für Kinder und auch Jugendliche verkehrssicher erreichbar sein, damit sie schon früh selbstständig Spielgelegenheiten und die Gemeinschaft anderer Kinder suchen können. Deshalb betonen einige Kommentare auch die Wichtigkeit von Inklusion für Kinder mit Behinderungen bei Spielplätzen.

Deutlich wir dies in den folgenden Kommentaren:

  • Tempo 30 Zonen für die Siedlungsstraßen sowie Stopper auf den Straßen damit nicht so gerast wird.
  • Dringender Handlungsbedarf in der Verkehrssicherheit auf den Straßen rund um die Spielplätze.
    Beispiel Siegfriedstrasse: Regelmäßiger „Lieferverkehr“ für Stiftungs-Gebäude unter Missachtung aller Verkehrsregeln in einer 30.-Zone.
    Beispiel Schul-/Grunowstrasse als Ausweichstrecke für Flora- / Breite Straße.
    Beispiel Grünphase Kreuzung Berliner/Breite Str. für Fahrräder in Richtung S-Bahn. Wenn BVG
    kommt, steht man hier teilweise 2 Min bei rot.
    Rund um Spielplätze und Schulen müssen die 30-Zonen klar erkennbar sein, durch zusätzliche Maßnahmen beruhigt und vor allem Verkehrsverstöße von er Polizei geahndet werden.

Auch bei der Frage, inwiefern Pankow eine kinderfreundliche Kommune sei, überwiegen Antworten zum Thema Straßenverkehr.

  • es gibt zwar viele Möglichkeiten, mit Kindern etwas zu unternehmen – das erscheint jedoch weniger kommunale Motivation, sondern eher dem Elternengagement und der Tatsache geschuldet, dass es hier einfach sehr viele Familien gibt.
    Würde der Bezirk mehr Wert auf das Label „kinderfreundliche kommune“ legen, gäbe es mehr 30-zonen, Spielstraßen, intakte Spielplätze, Sportmöglichkeiten, Verkehrslotsen, hochwertigere Verpflegung in der Schule…
  • Nein, es mangelt vor allem an breiten Fahrradwegen und verkehrsberuhigten Zonen. LKWs sollten verboten werden bzw. die Geschwindigkeit begrenzt. Die Geschwindigkeit sollte prinzipiell auf 30 km/h begrenzt werden, da täglich mehrere 1000 Kinder unterwegs sind.
  • Nein, zu viele Autos, vollgeparkte Straßenränder, unübersichtliche Straßen, kaputte Ampeln, fehlende Zebrastreife
  • Jein. Der Bezirk boomt und die Infrastruktur wächst nicht mit.

Für Kinder mit Handicap ist es in Pankow noch schwerer.

  • Das kann mein Kind gar nicht, da er auf Hilfe angewiesen ist. Es sollte mindestens in jedem Bezirk einen inklusiven Spielplatz geben, der auch mir Rollstuhl erreichbar ist  

Dass es inklusive Spielplätze und Konzepte gibt, ist insgesamt wenig bekannt. Nur rund 20% der Befragten geben an, den Begriff der Inklusion zu kennen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich hinsichtlich der Idee, Spielplätze generationenübergreifend zu gestalten und als soziale Treffpunkte in den Kiezen zu etablieren. Diese könnten helfen, das Gemeinschaftsgefühl in Kiezen zu steigern und Vorurteile abzubauen. 

Schluss

Die Auswertung zeigt deutlich, dass es am wichtigsten ist, dass die gesperrten Spielplätze schnell öffnen. Die Pankower Familien wollen viel mehr Verkehrsberuhigung für sichere Wege zu Spielplätzen und Schulen. Es besteht Bedarf für inklusive und barrierefreie Spielplätze. Unser Ziel ist es, ein Leitbild für Spielplätze in Pankow zu entwickeln und dieses in ein konkretes Konzept zu gießen. Dafür bilden die eingangs formulierten Wünsche eine erste Grundlage. Das Konzept beabsichtigen wir zusammen mit den Pankower Kindern, Jugendlichen und Eltern zu entwickeln .

Abschließen wollen wir mit zwei – wie wir finden – sehr motivierenden Kommentaren:

  • … Wir haben in Pankow Glück, dass wir Raum für Spielplätze haben. Deshalb würde ich Pankow schon als kinderfreundlich bezeichnen, obwohl noch viel Handlungsbedarf besteht. Kinderfreundlich kann es nur werden, wenn auch die Menschen, die hier leben, kinderfreundlicher werden.
  • Mein Wunsch wäre ein eine Rakete, die mich abholt und über die Breite Straße zu einem Spielplatz fliegt.